Das Dorf

 

Harbachtal

Holzmengen ist im 14. Jahrhundert von Siebenbürger Sachsen gegründet worden. Sie errichteten eine romanische Basilika, mit einem kunstvoll gestalteten Westportal, geschützt von einer imposanten Kirchenburg.

 

Handwerkermarkt, alte Mühle

 

Das Dorf ist von der friedlichen Koexistenz der Völker (Rumänen, Ungarn, Roma, Siebenbürger Sachsen) und Kirchen (Evangelische, Orthodoxe, Griechisch-katholische, Katholische, sowie seit der Wende mehrere Freikirchen) geprägt.

 

Heute

Romajunge, alte Mühle

Die ehemals blühende Gemeinde kann allein von der Landwirtschaft nicht mehr leben, es gibt hohe Arbeitslosigkeit und große Armut.

Seit der massiven Auswanderung der Siebenbürger Sachsen ist der Ort größtenteils von Roma besiedelt.

 

Die Anlage gebildet aus Kirchenburg (restauriert 1994/95), Saal, Schule, Pfarrhaus ist verwaist.

Es gibt dennoch Zeichen der Hoffnung:

Erste Privatfirmen haben sich hier niedergelassen, der Verein „Hosman durabil“ ist aktiv, und nicht zuletzt das „Europäische Jugendbegegnungszentrum“.

 

Geschichte

Hosman (dt. Holzmengen, ung. Holcmány, lat. Helzmenia; Kr. Sibiu, ca. 22 km östlich von Hermann­stadt [!Sibiu])

In der erst im Jahre 1319 urkundlich erstmals erwähnten  Gemeinde aus dem Harbach­tal, verwaltungs­­mäßig zum Leschkircher Stuhl gehörig, steht eine im 13. Jh errichtete, dem Heiligen Paulus geweihte, dreischiffige roma­nischen Pfeilerbasilika mit Westturm. 

Im Jahre 1456 läßt der Fürst der Wallachei Vlad Ţepeş die Ortschaft  niederbrennen, die beweg­lichen Besitztümer der aufgelassenen Pfarrei fallen 1479 an das Hermannstädter Kapitel. Die Provinz der Sieben Stühle unterstützt die Gemeinde Ende des 15., Anfang des 16. Jh., so dass die Einwohner­zahl sich langsam erholt (16 Wirte um 1500, 41 um 1532).

Es kommt jedoch zu Auseinander­setzungen mit den Nachbargemeinden Fofeldea (Hochfeld) und Ţichindeal (Ziegen­tal) im Laufe derer 1535 ein Teil des Dorfes abbrennt.

Auch im 17. Jh. erlebt die Gemeinde keinen Auf­schwung. 1601 stecken Truppen Michael des Tapferen die Kirchenburg in Brand und noch 1695 stehen 47 Höfe leer. Zur Verteidigung der Kirchenburg die 1706 erneut durch einen Brand beschädigt  wurde, stehen um 1730 ganze 28 Feuerwaffen bereit.

Ein Spezifikum von Holzmengen ist die Entstehung einer siebenbürgisch-sächsischen katho­lischen Gemeinde, welche 1859 eine eigene Kirche errichtet. Diese Gemeinde existiert bis in die Zwischen­kriegszeit.

Die von der Bevölkerungsstruktur her bis in das 20. Jh. weitgehend von Siebenbürger Sachsen bewohnte Gemeinde, erreichte im Jahre 1990 eine Einwohner­­zahl von 1290 Personen.

 

Bibliographie:
Fabini Hermann: Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen, Bd. 1, Heidelberg/Hermannstadt: 1998;
Fabritius-Dancu, Juliana: Sächsische Kirchenburgen aus Siebenbürgen, Sibiu/Hermannstadt 1980;
Drăguţ, Vasile: Arta gotică în România, Bucureşti 1979;
Gheorghiu, Theodor Octavian: Arhitectura medievală de apărare din România, Bucureşti 1985;
Letz, Franz: Siebenbürgisch-sächsische Kirchenburgen, München 1970;
Treiber, Gustav: Beiträge zur Geschichte mittelalterlicher Kirchen in Siebenbürgen, München: 1971;
Vătăşianu, Virgil: Istoria artei feudale în Ţările Române, Bd. I, Bucureşti: 1959.

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